Kennt ihr diese Fahrzeug Enthausiasten die einfach unverbesserlich sind? Die die einfach unveränderlich an ihrem Fahrzeugspleen festhalten? Da kann kommen was will…

Bekannterweise sind in dieser Gattung gerade die Freunde der Ostdeutschen Fahrzeuge oft anzutreffen. Produktion eingestellt, Marken eingestampft, ja sogar der kompletten Staat, dem wir diese Fahrzeuge zu verdanken haben, wurde aufgelöst. Und trotzdem schlägt bei den Ost-Auto Freunden weiter das Herz für die 2-3 zylindrigen Trabbis und Wartburgs. Ein ganz spezieller Anhänger ist der Protagonist dieses Beitrags.

Der Wartburgsammler und Sneakerhead „Modie“.

6Bei dem 33 Jahre alten Berliner fing eigentlich alles ganz harmlos an. Ein VW Polo 86c sollte ihn, wie so viele zuvor, die erste Zeit seines Autofahrerlebens begleiten. Es war 2005, unser Held fuhr zu diesem Zeitpunkt A4, als ihn unbehagen in seiner Fahrzeugwahl überkam. Der A4 war zu langweilig…  „Neues“ Altblech musste her, konkreter hatte es ihm ein Wartburg 311 angetan.
10Der Wagen war aktuell als Autos noch geformt waren wie ein Frauenkörper…. Und die gab es auch hinter dem Eisernen Vorhang. Der 311 sieht auf den ersten Blick so gar nicht aus wie ein „typisches“ Ostfahrzeug. Zu geschmeidig zu rund… Ja grade zu verspielt kommt er daher. Vielleicht war es das, was unseren Helden so an diesem Wagen interessierte.
5Der A4 musste gehen und der Wartburg 311 Baujahr 57 wurde, erstmal, Modies Alltagsfahrzeug. Von da an ging es kontinuierlich weiter mit zahlreichen Veränderungen in der Sammlung…. Die Wartburgliebe hatte Modie erfasst und war entschlossen ihn nicht wieder los zu lassen.
4Fast 4 Jahre nach dem Erwerb des 311, kauft Modie den hier gezeigten neptunblauen Wartburg 353.
14Die Automobil gewordene Kalaschnikov war anfangs noch in eher mäßigen Zustand. Erwuchs allerdings innerhalb eines Winters zu einem schönen neuen Alltagswartburg, der Modie jedes Jahr zwischen März und Oktober begleiten sollte. Die „blaue Schönheit“ war geboren… Oder vielmehr wiederbelebt.
15Mit dem neuen Alltagsgefährt in der Hinterhand reifte bei Modie der Gedanke, den 311 richtig aufzubauen. Der Wagen sollte in neuem Glanz stehen und nun ging es in 4 Jahre andauernder Kleinarbeit an den 311.
9Durch den „schlechten Einfluss“ seiner Freunde im Kreise der „Trabimaker“ in OST-Berlin (nicht dass es wichtig wäre… Man fühlt sich nur einfach besser) musste der Wagen auch dem Erdboden näher kommen als dem geneigten Orginalfan lieb ist.
8Die Gesamtoptik ist auch für Nicht-Ostauto-Enthusiasten ein echter Leckerbissen. Vom Seltenheitsfaktor ausserhalb des „kleinen“ Kreises an Ost-Auto Fans, mal ganz abgesehen.
12Für Modie jedenfalls kann sich hier jeder BMW hinten anstellen… Da hinten … Genau die Ecke wo immer der kleine, dicke Cousin steht den keiner mag.
Keines Wegs in der hinteren Ecke steht allterdings sein Wartburg Trans und damit der 3 Wartburg in Modies kleiner Sammlung.
1
An dieser Stelle eine Kurze Geschichtsstunde:
Entgegen der weiterverbreiteten Floskel „Wir hatten ja nüscht“ gab es auch in den Ost-Staaten das ein oder andere Gut zu transportieren. Wem die Modelle Wartburg bzw Trabant Kombi nicht weiterhalfen, der konnte (SEHR gute Beziehungen waren hier ein muss, da die Fahrzeuge normalerweise exportiert wurden und somit in der DDR nicht zur Verfügung standen) sich einen Wartburg 353 „Trans“ kaufen. Dieser war, bzw. Ist ein 2-Sitzer und verfügt darüber hinaus über eine Ladefläche. Ging auch gut, wenn man mit der Holden mal an die Ostsee fuhr und Schwiegermutti unbedingt mit wollte…
2
Einen solchen Wagen fand Modie generell interessant. Allerdings sind sie (wie oben erklärt) nicht so einfach in Deutschland zu bekommen. War ja nicht so als wären alle exportierten Fahrzeuge nach dem Mauerfall zurück in das vereinigte Deutschland geschickt worden. Es ergab sich allerdings in 2011 dass tatsächlich ein solches Fahrzeug (oder besser eine Basis für ein solches) im Berliner Umland zum Verkauf stand. Hingefahren, Geld da gelassen und mitgenommen.
13Es war also wieder mal Winter und wieder mal wurde aus einer vielversprechenden Basis ein schönes, fertiges Fahrzeug. Ein zeitloser Auftritt ist damit garantiert.
3
Modie liebt seine Wartburgflotte und wir schauen sie uns gerne an. Ob nun aus einem frühkindlichen „Trauma“ eines in der DDR geborenen Jungen heraus oder einfach Liebe zu einer sehr speziellen Fahrzeuggattung. Tatsache ist, dass auch diese Fahrzeuge immer seltener werden und man sich freut wieder mal eines dieser Autos zu sehen. Und beilegen wird dieser Unverbesserliche seine Liebe zum Wartburg wohl so schnell nicht…..uns freuts.

 

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– Phatunicorn-

 

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Wartburg Liebe – 25 Jahre nach dem Mauerfall
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Ein Gedanke zu „Wartburg Liebe – 25 Jahre nach dem Mauerfall

  • 28. November 2015 um 15:54
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    Hallo, mich interessiert das 311er Projekt sehr.
    Mir schwirrt seit längerem der Gedanke durch den Kopf nen 311er Custom Projekt zu realisieren.

    Mich würde nun brennend interessieren wie die Tieferlegung beim 311er gemacht wurde,
    (andere Blattfedern, originale geändert, Luftfederung oä.) UND wie das Ganze dann H-Fähig eingetragen wurde.
    Über Antworten oder sogar über den direkten Kontakt des 311er Besitzers wäre ich sehr erfreut.

    Danke

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